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Die Pockenkrankheit ist bereits vor Jahrtausenden erstmals aufgetreten. Deutliche Pockennarben auf der Mumie des Pharaos Ramses II. (†1213 v. Chr.) von Ägypten zeugen vom Alter der Infektionskrankheit. Man vermutet, dass römische Legionen die Pocken nach Europa gebracht haben, als sie 165 nach Christus siegreich aus dem heutigen Irak zurückgekehrt sind. Seitdem hat sich die Krankheit schlagartig verbreitet. Auch die Kreuzüge während des Mittelalters haben zur Ausbreitung beigetragen. Die Erreger der Pockenkrankheit beim Menschen sind die größten und bekanntesten Tierviren der Gattung Orthopoxvirus. Übertragbar ist die Krankheit durch Tröpfcheninfektion, das heißt, die Erreger gelangen beispielsweise durch Husten oder Niesen eines infizierten Menschen nach außen und können somit auf andere Menschen übergehen. Die Inkubationszeit, also der Zeitraum bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt in den meisten Fällen 12-14 Tage. Aufgenommen über die Atemwege, befallen die Erreger zunächst Nasen- und Rachenbereich, ehe sie sich über die Blutbahn im gesamten Körper verteilen. Die Folge sind hohes Fieber und Schüttelfrost. Nach vier Tagen etwa tritt erst der für die Krankheit typische Ausschlag auf. Auf der Haut bilden sich zunächst Flecken, die dann zu Papeln (Knötchen) heranwachsen, aus denen Vesikel (Bläschen) werden, welche sich wiederum zu eiterigen Pusteln weiterentwickeln, die schließlich verkrusten. Anders als bei den Windpocken, die nicht mit der Pockenkrankheit zu verwechseln ist, treten die Hauterscheinungen (Effloreszenzen) nacheinander fast am gesamten Körper auf. Vor allem Kopf, Hände und Füße sind stark betroffen. Brust, Bauch und Oberschenkel eher weniger. Die Achselhöhlen sowie Kniekehlen werden nicht befallen. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs können die Pocken zu Erblindung, Taubheit, Lähmungen, Hirnschäden oder Lungenentzündungen führen. Die Pockenkrankheit ist eine gefährliche Viruserkrankung, die unbehandelt zu 30% tödlich verläuft. Durch Engagement der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat man die Pocken durch Impfungen weltweit abwehren können, sodass seit 1980 nirgends mehr Fälle aufgetreten sind.
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